Diskussionsgegenstand

   
Mit der Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) und der daraus folgenden Realisierung von Nationalen Qualifikationsrahmen wurde in vielen Europäischen Ländern eine politische Strategie zur Förderung des Lebenslangen Lernens etabliert. Die bedeutendsten Ziele dieser Strategie sind sowohl die Verbesserung der Mobilität der berufstätigen Bevölkerung Europas und die Durchlässigkeit zwischen unterschiedlichen Bildungssektoren, als auch Transparenz von Qualifikationen, Zertifikaten, Lernprozessen und –ergebnissen.
  

Obwohl Lernergebnisse unabhängig von ihrem Ursprung im Hinblick auf Urspungsland oder Organisation, die für deren Umsetzung und Überwachung zuständig ist, grundsätzlich über die EQR-Deskriptoren Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen für alle Qualifikationen beschreibbar sein sollten, ist die ausschließliche Beschreibung von Qualifikationen im Sinne des EQRs nicht ausreichend, alle Zweifel im Hinblick auf ihren Wert auszuräumen: Der EQR als solcher stellt nicht genügend Kriterien für die Überprüfung und den Vergleich von Qualifikationen zur Verfügung.
   

Aus diesem Grund ist es wichtig, wie Qualifikationen dem EQR zugeordnet werden. In einer Situation, in der nicht in jedem Europäischen Land für jeden Bildungs- und Berufssektor Qualifikationsrahmen zur Verfügung stehen bzw. nicht auf dem gleichen Entwicklungsstand sind, ist es jedoch nicht verwunderlich, dass kein einheitliches Verständnis zur Zuordnung von Qualifikationsrahmen zum EQR existiert.
   

Die Projekte NQF-SQF: Eine gemeinsame Basis für die Zuordnung von Nationalen und Sektoralen Qualifikationsrahmen zum EQR und Matching Frames: Weiterentwicklung und Transfer sektoraler Qualifikationsrahmen wollen dazu beitragen, ein solches Verständnis aufzubauen:
   

Das Projekt Matching Frames entwickelt Methoden und Instrumente, die zur Zuordnung von (Nationalen) Qualifikationsrahmen zu anderen Nationalen und Sektoralen Qualifikationsrahmen und zum EQR eingesetzt werden können. Basierend auf drei Sektoren (Metallindustrie, Elektroindustrie, sowie Automobilservice und -reparatur) identifiziert das Projekt lernergebnisorientierte Beschreibungen von Qualifikationen, ordnungspolitischen Maßnahmen und sektoralen Qualifikationsansätzen, um deren jeweilige Vorteile herauszuarbeiten. Darüber hinaus ist es die Intention des Projekts, europaweite Vergleichbarkeit und Transparenz von Qualifikationen und ordnungspolitischen Maßnahmen durch das Erstellen angemessener Hilfsmittel zu unterstützen. Weiterführende Informationen zum Projekt stehen unter www.matchingframes.uni-bremen.de zur Verfügung.
   

Das Projekt „NQF-SQF“ hat zum Ziel, die Voraussetzung für Vergleichbarkeit von Qualifikationen auf der Basis von Lernergebnissen, die sich an den für den Arbeitsprozess notwendigen Fähigkeiten orientieren, zu schaffen. Dies wird durch ein spezielles Instrument, ein Schattenraster, das im Rahmen des Projekts entwickelt wird, möglich gemacht. Dieses Raster soll zur Bewertung von Qualifikationen, als auch zur Evaluation von Qualifikationsrahmen, auf die sich Qualifikationen beziehen, dienen. Es soll überprüfen, inwiefern Beschreibungen von Qualifikationsrahmen und Qualifikationen sichtbar machen, wie Lernergebnisse die Anforderungen des Arbeitsprozesses widerspiegeln. Auf diese Weise soll die Beschäftigungsfähigkeit von Berufstätigen am Europäischen Arbeitsmarkt unterstützt werden. Die untersuchten Sektoren sind Informations- und Kommunikationstechnik (IuK), Handel, Logistik und Bau. Weiterführende Informationen zum Projekt stehen unter www.project-nqf-sqf.eu zur Verfügung.

 

   

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